Blogbeiträge

Verbesserung der DOI-Metadaten an der TU Dortmund

Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt des PID-Netzwerks Deutschland an der TU Dortmund

Die Qualität und Interoperabilität von Metadaten sind unerlässlich, um Forschungsergebnisse, Personen, Organisationen und Infrastrukturen im gesamten wissenschaftlichen Bereich miteinander zu verknüpfen. Als Projektpartner im Projekt „PID Network Germany“ trägt DataCite diesem Bedarf Rechnung, indem es Akteure aus den Bereichen Forschung und Kulturerbe zusammenbringt, um die Einführung, Standardisierung und praktische Umsetzung von Systemen für persistente Identifikatoren (PID) in Deutschland zu stärken. Im Rahmen dieser Arbeit untersuchen Pilotprojekte mit der LMU München und der Technischen Universität Dortmund, wie von der Community mitgestaltete Metadaten-Leitlinien in konkrete Verbesserungen der lokalen Repositorien und DOI-Arbeitsabläufe umgesetzt werden können. Diese Erfahrungen stehen in engem Einklang mit der Vision von DataCite, Metadaten als gemeinsames globales Gut zu betrachten, das offen, vernetzt und wiederverwendbar ist und durch die Zusammenarbeit der Community gepflegt wird. Dieses Interview beleuchtet, wie das Pilotprojekt der TU Dortmund zum übergeordneten Ziel von DataCite beiträgt, Metadaten zu verbessern. In diesem Interview beantwortet Kathrin Höhner von der Bibliothek der TU Dortmund unsere Fragen zum Pilotprojekt, den daraus resultierenden Verbesserungen an DSpace und den während der Umsetzung gewonnenen Erkenntnissen.

1. Welche Herausforderung im Bereich Metadaten oder Arbeitsabläufe wollten Sie mit dem Pilotprojekt angehen?

Unser übergeordnetes Ziel ist es, die Sichtbarkeit der Forschungsergebnisse der TU Dortmund zu erhöhen. Metadaten sollten daher wiederverwendbar und über verschiedene Systeme und Kontexte hinweg interoperabel sein. Um dies zu erreichen, halten wir qualitativ hochwertige, gut strukturierte Metadaten für unerlässlich – nicht nur innerhalb unseres lokalen Repositoriums, sondern auch bei der Übermittlung von Metadaten an DataCite im Rahmen der DOI-Registrierung.

Die Universitätsbibliothek der TU Dortmund betreibt seit den 2000er Jahren ein DSpace-basiertes Repositorium. Das Repositorium beherbergt eine breite Palette von Publikationen, darunter Dissertationen, Projektberichte und Open Educational Resources. Bislang verwendete das Repositorium ein nicht-hierarchisches Dublin-Core-Metadatenformat, wobei die Metadaten über OAI-PMH für verschiedene Verbreitungszwecke bereitgestellt wurden. Eine zentrale Herausforderung bestand darin, dass Autor:innen lediglich als Textzeichenfolgen erfasst wurden. Dies erschwerte die zuverlässige Eindeutigkeit von Personen, die für die langfristige Wiederverwendbarkeit und Interoperabilität von Metadaten unerlässlich ist.

Im Rahmen des Pilotprojekts haben wir uns zum Ziel gesetzt, die Art und Weise zu verbessern, wie DSpace mit persistenten Identifikatoren (PIDs) umgeht, insbesondere mit ORCID iDs für Personen und ROR-IDs für Organisationen. Ziel war es, den DOI-Metadaten-Workflow zu stärken und sicherzustellen, dass umfangreichere und genauere Metadaten an DataCite übermittelt werden können.

2. Wie funktioniert Ihr DSpace–DataCite-Workflow derzeit, und wo sahen Sie Verbesserungsmöglichkeiten?

Unsere Strategie basiert auf der Zuordnung von Konzepten und nicht auf der bloßen Bereitstellung von Textzeichenfolgen. Wo immer möglich, streben wir die Verwendung von PIDs an, um Metadaten zuverlässiger, maschinell verarbeitbar und wiederverwendbar zu machen. Im bestehenden Workflow werden DSpace-Metadaten über OAI-PMH bereitgestellt und für verschiedene Verbreitungs- und Registrierungszwecke genutzt. Das bisherige Metadatenmodell unterstützte jedoch die Registrierung von PIDs für Personen und Organisationen nicht ausreichend. Dies schränkte die Qualität der Metadaten ein, die an DataCite weitergegeben und in anderen Kontexten wiederverwendet werden konnten.

Das PID-Network-Pilotprojekt bot uns die Gelegenheit, diesen Workflow zu verbessern, indem wir DSpace so erweiterten, dass Identifikatoren wie ORCID iDs und ROR-IDs effektiver an DataCite übermittelt werden können. Da wir DataCite-Metadaten auch in anderen Kontexten wiederverwenden, kommen uns diese Verbesserungen ebenfalls direkt zugute. Bessere Metadaten in DataCite bedeuten, dass bessere Metadaten in die Recherche, das Berichtswesen und andere institutionelle Arbeitsabläufe zurückfließen können.

3. Welche PID- oder Metadatenfelder waren für Ihre Implementierungsarbeit am wichtigsten und warum?

Die wichtigsten Felder für unsere Implementierungsarbeit waren diejenigen, die eine präzisere Beschreibung von Personen, Organisationen und DOI-Beziehungen ermöglichen.

Ein zentraler Teil des Projekts konzentrierte sich auf die Platzierung von DOIs innerhalb der DSpace-Metadaten. Dazu gehörte die Speicherung von durch das Repositorium selbst zugewiesenen DOIs unter dc.identifier.doi und die Speicherung externer DOIs unter dc.relation.hasversion. Für die Registrierung von Metadaten bei DataCite waren ORCID iDs für Personen und ROR-IDs für Organisationen besonders wichtig. Nur durch die Verwendung solcher PIDs ist es mittel- und langfristig möglich, Personen- und Organisationseinheiten im Metadatenmanagement automatisch eindeutig zuzuordnen. Dies ist entscheidend für die Verbesserung der Qualität, Zuverlässigkeit und Wiederverwendbarkeit von Metadaten.

Weitere Umsetzungsarbeiten betrafen die Einbindung von ROR-IDs für Organisationen und Organisationseinheiten, die Verwendung des Attributs nameType für Personen und Organisationen durch konfigurierbare Entitäten, die Bereitstellung von Versionsinformationen zu Objekten bei Verwendung der Versionsverwaltung in DSpace, die Bereitstellung von Metadaten im DataCite-Metadatenschema über OAI-PMH sowie die Verwendung von ROR-IDs für Verlage.

4. Inwiefern verband das Pilotprojekt lokale institutionelle Anforderungen mit der breiteren Open-Source-Entwicklung in DSpace?

Von Beginn an war es eine Vorgabe des Projekts, dass die Ergebnisse der Entwicklungsarbeit in den DSpace-Kern integriert werden sollten. Dies war wichtig, da die lokalen Anforderungen der TU Dortmund von vielen anderen Institutionen geteilt werden, die DSpace nutzen: Die Verbesserung von DOI-Metadaten, die Unterstützung von PIDs und die Verbesserung der Interoperabilität von Metadaten sind keine isolierten lokalen Anliegen.

Die Umsetzung erfolgte durch The Library Code GmbH im Auftrag der Bibliothek der TU Dortmund mit dem Ziel, die daraus resultierenden Entwicklungen der gesamten DSpace-Community zur Verfügung zu stellen. Das bedeutet, dass das Pilotprojekt mehr bewirkte als nur eine lokale Anpassung. Stattdessen ist die Arbeit Teil des gemeinsamen Open-Source-Entwicklungsprozesses für DSpace geworden. Sobald diese Änderungen in eine von Institutionen genutzte DSpace-Version aufgenommen werden, kann die breitere Community von den Verbesserungen profitieren, ohne die Entwicklungsarbeit lokal nachholen zu müssen. Von diesem Ansatz profitiert auch die TU Dortmund direkt. Indem die Universität die Funktionen in den DSpace-Kern einbringt, anstatt sie als lokale Patches zu pflegen, kann sie die Erweiterungen über regelmäßige DSpace-Upgrades erhalten und den langfristigen Wartungsaufwand reduzieren, der mit benutzerdefiniertem Code verbunden ist.

5. Was waren die wichtigsten technischen oder organisatorischen Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt?

Wir hatten während des gesamten Projekts eine hervorragende Zusammenarbeit mit The Library Code. Erfreulich war auch, dass viele Teile innerhalb von DSpace bereits so konzipiert waren, dass die Projektziele innerhalb der vorgegebenen Zeit- und Budgetrahmen umgesetzt werden konnten.

Gleichzeitig hat das Pilotprojekt gezeigt, dass die Umsetzung von Verbesserungen in einer Open-Source-Kerncodebasis eine sorgfältige Planung erfordert. Da die Änderungen für den DSpace-Kern bestimmt waren, endet der Entwicklungsprozess nicht mit der lokalen Implementierung. Er umfasst auch die Vorbereitung des Codes für die Überprüfung durch die Community, das Einreichen von Pull-Anfragen und die Reaktion auf Feedback aus der DSpace-Community.

Das Pilotprojekt bestätigte zudem, dass robuste Metadatenmodelle unerlässlich sind. Im Rahmen des Projekts mussten wir feststellen, dass das Entitätskonzept von DSpace unseren Erwartungen nicht vollständig entspricht und sich von anderen konzeptionellen Ansätzen unterscheidet. Dies war eine wichtige Erkenntnis für uns, insbesondere da unser Ansatz auf der Zuordnung von Metadatenkonzepten und Identifikatoren beruht und sich nicht allein auf Zeichenfolgen stützt. Das Pilotprojekt führte zu mehreren Verbesserungen, die der DSpace-Community als Pull-Requests vorgelegt wurden. Diese Änderungen wurden inzwischen in den Main Branch von DSpace integriert und in DSpace 10.0 aufgenommen, das Ende Mai 2026 veröffentlicht wurde.

6. Was würden Sie anderen Institutionen empfehlen, die Repositorium-Software nutzen und die Qualität und Vollständigkeit ihrer DOI-Metadaten verbessern möchten?

Es ist schwierig, allgemeine Empfehlungen zu geben, die für alle Institutionen gleichermaßen gelten, da sich Repositoriumssysteme, Metadatenpraktiken und lokale Arbeitsabläufe stark unterscheiden. Unsere Erfahrung hat jedoch bestätigt, wie wertvoll es ist, den Fokus auf Metadatenkonzepte und robuste Datenmodelle zu legen, anstatt lediglich einzelne Metadaten-Zeichenfolgen zu verbessern. Institutionen, die die Qualität ihrer DOI-Metadaten verbessern möchten, empfehlen wir, genau zu prüfen, wo PIDs in bestehende Arbeitsabläufe integriert werden können. ORCID iDs für Personen, ROR-IDs für Organisationen und klare DOI-Beziehungstypen sind besonders wichtig, da sie die Eindeutigkeit, Interoperabilität und langfristige Wiederverwendbarkeit fördern.

Das Pilotprojekt hat uns zudem gezeigt, wie wertvoll es ist, lokale Implementierungsarbeiten mit der breiteren Open-Source-Entwicklung zu verknüpfen. Durch die Entwicklung der Funktionen direkt für den DSpace-Kern können die Ergebnisse von der breiteren Community wiederverwendet und durch regelmäßige Software-Updates gepflegt werden. Dies macht die Arbeit nachhaltiger als eine rein lokale Anpassung.

Referenz zum Interview: Hoehner, K., & Vierkant, P. (2026). Building Better DOI Metadata: Lessons from the PID Network Germany Pilot at TU Dortmund. DataCite. https://doi.org/10.5438/2EK0-A312